Der heutige Tag war für mich etwas ganz besonderes. Nicht nur weil ich mal etwas neues gekocht habe, sondern der ganze Ablauf war so anders als für mich gewohnt. Okay, das Aufstehen war wie immer, doch nach dem Frühstück ging zum Gottesdienst der ICF und erfreute mich an der wunderbaren Predigt und den tollen Menschen. In der Predigt ging es heute übrigens um das Urteilen, Verurteilen und Lästern. Danach bin ich erstmal wieder nachhause gefahren und habe mir was gekocht und gegessen. Und danach habe ich mich einfach in die Bahn gesetzt und habe gelesen. Natürlich musste ich ab und zu umsteigen, aber immerhin habe ich die Hälfte von Thomas’ neuem Buch mit den Titel „Christsein in der Konsumgesellschaft: Nachdenken über eine alltägliche Herausforderung“ geschafft zu lesen. Bin bisher übrigens sehr begeistert davon. Das Ziel meiner langen Zugfahrt war die Berliner Stadtmission, in der meine ehemalige WG-Mitbewohnerin Rebecca ihr Praktikum machte. Dort genoss ich den Jugendgottesdienst, den sie mit den Jugendlichen gestaltete und redete hinter noch eine ganze Weile mit ihr und ihrer WG-Mitbewohnerin. Und danach fuhr ich wieder Richtung Heimat. Unterwegs traf ich beim Umsteigen zwei mal auf Obdachlose. Also auf verschiedene. Und beides mal hatte ich das Gefühl, dass ich mich dazu setzen sollte und das Gespräch suchen sollte. Und es war beides mal so unglaublich gut. Ich hatte so ehrliche und unter die Haut gehende Gespräche, dass ich momentan am überlegen bin, ob ich das nicht öfter machen sollte. Auf jeden Fall hatte ich heute einen durch und durch gesegneten Tag und bin froh, dass Gott mich heute so durch den Tag geführt hat.
Archiv für die Kategorie ‘Gott’
Ein schöner Sonntag
Verfasst von Stefan am 23. November 2009
Veröffentlicht in Berliner Stadtmission, Freude, Gespräche, Gott, ICF, Obdachlose, Segen, Treffen, lesen | 2 Kommentare »
Das Marburger Bibelseminar
Verfasst von Stefan am 20. Oktober 2009
Nach drei Jahren auf dieser Bibelschule kann ich nun schreiben, was ich dazu denke und fühle. Wie waren die letzten drei Jahre? Was habe ich schätzen gelernt? Wo hatte ich Schwierigkeiten? Also quasi ein Fazit aus der Zeit in Marburg am mbs. Als ich damals (Sommer 2006) begann, hatte ich die Vision Pfarrer und Priester zu evangelisieren, da ich voller Trauer festgestellt hatte, dass in einigen Kirchen zwar studierte Theologen predigten, aber der Glaube nicht vorhanden war. Das sehe ich zwar nach wie vor so und ich bedaure das auch weiterhin, doch die Vision der Evangelisation hat sich geändert. Vielmehr möchte ich nun für die Einheit der Christen stehen und für diese kämpfen. Damit meine ich keine einheitliche Konfession sondern eine Einheit in Vielfalt. Aber das will ich nun nicht weiter vertiefen. Das mbs, als überkonfessionelle Bibelschule, hat mir gezeigt, dass das zusammenleben von Christen aus verschiedensten Hintergründen bestens funktionieren kann. Ich habe gelernt, dass Meinungsunterschied nicht gleich Trennung und Hass bedeuten muss. Ich habe gelernt, was es heißt Unterschiede zu akzeptieren anstatt sie zu verurteilen oder zu bekämpfen. Ich habe gelernt, dass wir wieder mehr auf das schauen müssen was uns verbindet und nicht auf das, was uns von den andern unterscheidet, ohne dabei die Individualität des Einzelnen oder der einzelnen Gemeinde aus den Augen zu verlieren. Weiter habe ich am mbs gelernt was es heißt Gemeinschaft zu haben, wie gut Reflexionen sind und wie wichtig der Beziehungsaspekt in der Bibel ist. Ich hatte die besten Dozenten, die man sich wünschen kann und einen wunderbaren Chef. Es ist nicht nur die Tatsache, dass wir uns alle gegenseitig Duzen konnten, sondern die gesamte Atmosphäre die geschaffen wurde. Auch unsere Dozenten waren in gewisser Hinsicht auch ein Teil der Gemeinschaft und sie gaben sich auch größte Mühe diese Verantwortung wahrzunehmen. Was ich auch sehr zu schätzen weiß, ist dass das mbs immer in Bewegung bleibt. Nie ist diese Schule stehen geblieben sondern ist stets bemüht aktuell zu sein, was ihr auch bestens gelingt. Auch die Nähe zum Studierenden wird gesucht und gefordert um auf seine Bedürfnisse und Wünsche eingehen zu können. Natürlich kann nicht immer alles berücksichtigt werden und es kommt auch mal vor, dass Fehler gemacht werden. Aber es ist daraus bisher immer etwas Gutes entstanden. Die Kritik, dass der Glaube droht reine Kopfsache zu werden ist zwar berechtigt, aber auch da ist man dran etwas zu ändern und Strategien und Lösungen zu finden, dies zu vermeiden. Ganz ehrlich, ich habe mich in meinem Leben selten so ernst genommen gefühlt wie am mbs, außer natürlich im privaten Umfeld. Eine weitere Stärke des mbs ist die hohe Anzahl an Mitstudierenden und dadurch die hohe Zahl an Begabungen. Egal welches Problem man hat, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jemand auf dem Campus wohnt, der Dir helfen kann. Und Langeweile? Ja die kann es auch geben. Zwar gibt es viele Menschen auf dem Campus, aber das heißt nicht gleichzeitig, dass immer irgendwo irgendwas los ist. Aber das muss es auch nicht.
Thema Außenseiter: Man sollte meinen, dass bei 150 Studierenden keiner alleine ist, aber dem ist nicht so. Gerade die, die eh auf niemanden zugehen oder die, die nicht auf dem Campus wohnen drohen vergessen zu werden. Und das ist echt ein Problem wie ich finde. Gerade die Externen wurden durch separate Kleingruppen immer weiter aus dem mbs-Privat-Alltag verdrängt. Ich hoffe, dass sich da wieder etwas geändert hat seit ich weg bin. Was die Außenseiter angeht, die auf dem Campus wohnen gibt es für mich keine wirkliche Lösung. Man darf sie schlicht und ergreifend nicht vergessen, wenn man etwas unternimmt. Immer und immer wieder nachfragen aber mehr weiß ich auch nicht. Denn ein Stück weit liegt es auch an ihnen selbst, sich für das Leben am Campus zu interessieren und auch die Bereitschaft dort ein Teil zu sein muss da sein. Sonst wird man automatisch zum Außenseiter.
Sonst gibt es für mich nur Gutes zu berichten und ein kleiner Tipp: Gebt den Lehrern Feedback, egal ob schriftlich oder mündlich. Denn nur dann können sie auch etwas ändern, wenn es denn nötig sei. Und seid immer nett zu den Neuen und geht auf sie zu, denn das hilft ihnen den Weg in die mbs-Gemeinschaft zu finden. Und wenn ihr mal Probleme mit einem Dozenten habt, seit gewiss, er hat nichts gegen euch. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wenn ihr das Gespräch sucht werdet ihr merken, dass die Lehrer in der Regel viel positiver und kompromissbereiter reagieren als man es manchmal zunächst erwartet.
Und zu guter Letzt will ich auch die Küche nicht vergessen. Mit Hardi habt ihr in der Küche einen Menschen stehen, der unglaublich warmherzig und freundlich ist. Auch er ist immer für Wünsche offen und berücksichtigt sämtliche Arten von Allergien und kocht auch extra für Vegetarier oder so. Und wenn ihr ganz nett zu ihm seid, lädt er euch auch mal privat zu sich nachhause zum Essen ein
Das Beste was mir am mbs allerdings passiert ist, sind all die Freundschaften und Bekanntschaften. Ich habe so viele so unglaublich gute Gespräche gehabt und ich habe so viele so unglaublich geniale Dinge erleben dürfen, dass sich dies nicht in Worte fassen lässt. Die Begegnungen sind es, die mir die Zeit so wertvoll gemacht haben. Und ich meine nicht nur die Begegnungen mit den Studierenden. Und den Rahmen hierfür bietet unter anderem auch das mbs und die Stadt Marburg und natürlich die Menschen selbst, die mit ihren unterschiedlichsten Geschichten und Prägungen hier zusammenkommen!
Viele Grüße von meiner Seite aus an eine großartige Schule, an die großartigen Dozenten und die großartigen Studierenden, deren Gastfreundschaft unübertroffen bleibt! Vergesst nicht, dass Gastfreundschaft sowohl den Beziehungsfaktor als auch den Gemeinschaftsfaktor in Betracht zieht und nebenbei in Verbindung mit der Nächstenliebe auch das „höchste Gebot“ berücksichtigt!
Ach, ihr seid einfach die Besten und ich denke oft an euch!
Seid gesegnet meine Freunde!
P.S.: Ich hoffe ich habe nichts vergessen… Ansonsten tut es mir leid.
Veröffentlicht in Beziehungen, Freude, Freunde, Freundschaften, Gastfreundschaft, Gemeinschaft, Gott, Heiliger Geist, Jesus, Marburger Bibelseminar, Spaß, mbs | 11 Kommentare »
Gemeinschaft lieben
Verfasst von Stefan am 10. Oktober 2009
Wie funktioniert das nochmal mit dem Leben in dieser Welt? Ich habe mal gehört, dass wenn jeder für sich selbst sorgt, sei für jeden gesorgt. Aber ist das der Weisheit letzter Schluss? Wieviel Egoismus ist gesund und ab wann wird er krankhaft? Es stellt sich die ernstzunehmende Frage nach dem Warum? Warum müssen soviele Menschen hungern und leiden? Warum werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher? Sind die reichen einfach die besseren, die die fleißiger sind? Sind die Armen die schlechteren, die nur faul sind? Oder leben nicht viel mehr Reiche auf die Kosten der Armen und dazu noch über ihre Verhältnisse hinaus? Sind die Armen in Deutschland nicht gezwungen auf die Kosten der Mittelschicht zu leben, die auf Dauer verschwinden wird? Und was ist wenn die Armen dann so arm sind, dass sie auch für die Reichen nicht mehr zu gebrauchen sind? Dann werden sich die Reichen untereinander zerfleischen bis auch von ihnen keiner mehr übrig bleibt. Okay, ich gebe zu, dass ich sicher etwas übertreibe aber ein bisschen was wahres ist doch dran. In was für einer Welt leben wir denn? Wer sich selbst etwas gutes tun will, sollte bei seinem Nächsten anfangen. Das klingt zwar ungewohnt, aber das gewohnte bringt uns schließlich nicht weiter. Stellt euch mal eine Welt vor, in der man anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen, sich gegenseitig hilft, eine Welt in der man nicht übereinander lästert sondern miteinander redet, eine Welt in der man nicht nur an sich denkt sondern an die Gemeinschaft, an das Wohl der anderen. Denn wenn es den anderen um mich herum gut geht, dann geht es mir auch gut, sofern ich Teil der Gemeinschaft bin. Um Gemeinschaft zu leben muss zunächst eine Beziehung zu anderen aufgebaut und Vertrauen gewonnen werden. Und wenn man erstmal einander hat, lernt man einander auch schätzen und lieben. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht. Wenn wir uns füreinander interessieren, dann ist es uns auch nicht mehr egal wenn auf der Straße jemand geschlagen oder angepöbelt wird, dann ist es uns nicht egal wenn die Industrie auf Kosten anderer Menschen in anderen Ländern an unserem Geldbeutel verdient. Wir sind alle Menschen und wir sollten lernen füreinander da zu sein und nicht immer diese „Egal-Haltung“ einzunehmen. Investiert doch mal etwas Zeit in andere Menschen und ich verspreche euch, dass dies nicht umsonst sein wird! Helfen macht glücklich und Hilfe bekommen macht dankbar. Aber erwarte nicht von anderen etwas, was Du ihnen nie gegeben hast. Lerne was Nächstenliebe bedeutet und Du wirst verstehen wie revolutionär Jesus ist wenn er zu jedem Einzelnen von uns sagt: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! (Mt. 22,39) Jesus hat auch in Beziehung gelebt. Beziehung zu den Menschen und zu Gott. Zusammen mit dem Heiligen Geist und Gott seinem Vater ist er sowieso der Ursprung aller Gemeinschaft. Er ist die Quelle aller Beziehungen und stellt diese in den Mittelpunkt aller menschlichen Gesetzlichkeit. Was ist das höchste Gebot fragen die Schriftgelehrten Jesus damals (Mt. 22,36), heute würde man wohl eher Fragen: Was ist das wichtigste Gesetz überhaupt? Und Jesus antwortet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“ Und das gilt damals wie heute. Lasst uns mit der Quelle aller Beziehungen, der Quelle der Liebe verbunden sein und uns nach ihr ausrichten um dann liebend auf die anderen Menschen zugehen zu können um die Gemeinschaft voran zu bringen. Und es ist dabei egal welcher Konfession oder gar Religion jemand angehört. Ich fordere dazu auf, auf unsere Gemeinsamkeiten zu achten und nicht auf unsere Unterschiede! Und diese Botschaft geht ganz besonders auch an all die Konfessionen die sich untereinander bekriegen anstatt zusammen zu arbeiten. Denn auch da sieht man, es geht mehr um den Bau „meiner Kirche“ anstatt um den Bau des Reiches Gottes und bringt mehr Frustration und Scherben als Früchte! Und auf der individuellen Ebene heißt das: Schau nicht nur ob Dir der Gottesdienst gefallen hat, sondern ob er der Gemeinschaft und dem Bau des Reiches Gottes gedient hat. Und bilde Dir bloß nicht ein, dass Du das alleine entscheiden kannst.
Gemeinschaft lieben heißt nicht nur sich selbst zu lieben, sondern auch den Mitmenschen, den anderen. Gemeinschaft lieben heißt nicht Zusammenleben spielen sondern Beziehung leben in aller Ernsthaftigkeit und Tiefe. Es heißt auch einander zu ertragen, Unterschiede auszuhalten, gemeinsame Lösungen zu finden, aber auch von allen Vorteilen zu profitieren! Gemeinschaft lieben ist ein wichtiger Teil für ein beziehungsorientiertes Denken und handeln. Gemeinschaft lieben hat nichts mit Kuschelclub zu tun sondern bedeutet Arbeit an sich selbst und Zusammenhalten auch in schweren Zeiten. Gemeinschaft lieben bedeutet auch den anderen in seinem Anders-Sein auszuhalten. Gemeinschaft lieben heißt über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich auch für andere einzusetzen und sich für sie zu interessieren. Gemeinschaft lieben kommt da an seine Grenzen wo man die Quelle, welche ist Jesus Christus, nicht zulässt. Glaubst Du nicht? Dann probiere es einfach aus. Das mache ich auch gerade.
Veröffentlicht in Beziehung, Gemeinschaft, Gott, Heiliger Geist, Jesus, Leben, Liebe, Mitmenschen, Nächstenliebe, Zusammenleben, helfen, lieben | 2 Kommentare »
In der Arche
Verfasst von Stefan am 2. September 2009
Die ersten Arbeitstage bei meinem neuen Arbeitgeber, die Arche e.V., habe ich nun hinter mir und kann sagen, dass es mir dort gut ergeht. Ich darf mich dort um die Kinder zwischen 6 und 13 Jahren kümmern und tue das sehr gerne. Einfach ist das sicherlich nicht immer, aber ich freue mich über jede Beziehung die beginnt und über jedes Kinderlachen. Ich freue mich über jede Höflichkeit und jede ernst gemeinte Frage der Kinder. Ich freue mich die Kinder beten und singen zu hören und ich freue mich, dass das Arbeitsklima so gut ist. Ich freue mich darüber, dass wir jeden Abend eine Reflexionsrunde haben und dass das Wohl der Kinder allen am Herzen liegt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Jugendbereich funktioniert tadellos. In meiner ersten Woche bin ich noch viel damit beschäftigt die Namen der Kinder zu lernen und Beziehungen aufzubauen. So kommt es, dass ich schon viel mit den Kindern Tischfußball oder Billard gespielt habe. Bei dem Wetter kam der Außenbereich natürlich auch nicht zu kurz und so spielen wir auch Volleyball, Fußball oder Federball mit den Kindern. Und natürlich gibt es noch mehr Angebote wie z.B. Wasser- oder Kreisspiele.
Beim Spiel mit einzelnen Kindern kommt man auch gut mit ihnen ins Gespräch und bekommt auch mit wie es ihnen denn so geht. Am intensivsten habe ich die Zeit heute beim Bibelkreis erlebt oder zum Teil auch schon beim Essen. Und ich muss euch sagen: Ich liebe diese Kinder! Sie sind einfach spitze und ich danke Gott für jedes Einzelne, dass er es geschaffen hat!
Veröffentlicht in Arbeitsklima, Arche e.V., Beziehungen, Freude, Gott, Kinder, Kollegen, Spaß, spielen | 1 Kommentar »
God of this city
Verfasst von Stefan am 21. Juli 2009
Dieses Lied habe ich bei unserer Abschlussfeier kennengelernt und mit diesem Lied in den Ohren gehe ich nun nach Berlin. Der Blick nach vorne gerichtet, Zielstrebigkeit im Gepäck, Liebe im Herzen, Gemeinschaft und Einheit als Wunsch und einen großen Gott der an meiner Seite ist!
Veröffentlicht in Berlin, Einheit, Gemeinschaft, Gott, Liebe, Lied, Wunsch, zuhören | Kommentar schreiben »
Mitesser
Verfasst von Stefan am 21. Juni 2009
Schön sind die Tage hier in Marburg. Gestern war ich noch mit dem Fahrrad unterwegs und heute hatte ich ebenfalls einen wunderschönen Tag. Morgens traf ich mich mit einem Mitschülers des mbs’ zum Frühstück, bzw. Brunch, denn das Mittagessen viel letzten Endes flach. Doch am Mittag traf ich mich dann mit Domenic. Wir gingen zusammen ins Café und hatten eine sehr intensive Zeit mit tiefgehenden Gesprächen. Wir redeten über die Beziehungen zu Gott, das spüren seiner Liebe und Nähe und die Hoffnung die wir haben. Wir redeten über Ziele und Visionen und was wir schon so erlebt hatten. Das war eine sehr wertvolle Zeit.
Und danach ging es dann zu unserem mbs-Koch: Hardi! Zusammen mit Jana, Lisa und Marcus holte Hardi uns vom mbs-Campus ab und wir fuhren zu ihm um zu reden, Kaffee zu trinken und natürlich auch um zu essen. Später kamen noch Regine und Yvonne dazu. Die beiden machen gerade ihr Anerkennungsjahr und haben erzählt. Das war sehr gut und ich habe mich so sehr gefreut über die tolle Gemeinschaft. Und natürlich auch über das Essen, was uns Hardi zubereitet hat.
Und nun bin ich wieder zuhause und darf feststellen, dass ich heute für keine Mahlzeit verantwortlich war. Ich habe überall nur mitgegessen. Aber das ist auch schön, wenn man einfach so mal ein Mitesser sein darf
Veröffentlicht in Essen, Gemeinschaft, Gespräche, Glaube, Gott, Hardi, Mitesser | Kommentar schreiben »
Die Stillen Tage
Verfasst von Stefan am 17. Juni 2009
Die letzten drei Tage war ich mit meinem Kurs und dem Parallelkurs weg gefahren mitten in die Pampa. Vom mbs werden jedes Jahr die „Stillen Tage“ für die Abschlusskurse angeboten. Das heißt aber nicht, dass man da drei Tage lang schweigt. Es gibt verschiedene Angebote. In unserem Fall war das jetzt basteln, malen, wandern, schreiben und solche Dinge. 24 Stunden waren dann auch wirklich zum schweigen gedacht, wobei das bei uns nicht so gut funktioniert hat. Das schweigen half aber sehr um in die Gegenwart Gottes zu kommen. Es war mir persönlich zwar zu lange, da auch die Atmosphäre etwas künstlich war, aber zumindest für ein paar Stunden hatte ich das Gefühl Gott ganz nahe zu sein! Auch die Gemeinschaft war nochmal so gegen Ende der drei Jahre richtig gut und wir wussten uns schon zu beschäftigen. Es ergaben sich noch ein paar echt tiefgehende Gespräche und Spaß hatten wir auch. Das Essen war hervorragend und auch sonst war es ganz nett. Und drei Tage waren jetzt auch weder zu lang noch zu kurz. Es hat wie gesagt super gepasst. Und nun freue ich mich aber auch wieder hier in Marburg zu sein.
Kaum bin ich von den stillen Tagen wieder zurückgekommen war auch er schon wieder hier in Marburg. Das Wort „schon“ trifft es eigentlich nicht, da er schon über ein Jahr nicht mehr hier war und mein Herz sprang vor Freude als er die Treppen in unserem Haus nach oben kam. Mein guter und mir sehr wertvoll gewordener Freund Friedrich ist wieder da. Auch wenn sein Aufenthalt nur von kurzer Dauer sein wird, freue ich mich über jeden Moment den ich mit ihm teilen darf. Heute spielten wir zusammen mit Benjamin, Samuel, Josua und Janina das Spiel Kubb und erfreuten uns an unseren Leistungen
Es war schön mit Friedrich zusammen Spaß zu haben und die Gemeinschaft zu teilen. So war der erste Tag in Marburg (nach den Stillen Tagen) auch gleich ein voller Erfolg!
Es tut gut Friedrich so zu sehen und er hat die Gabe mir neuen Lebensmut zu geben ohne etwas besonderes zu tun. Ich weiß es einfach Dank ihm, dass das Leben lebenswert ist und zwar in jeder Lebenslage. Ich weiß einfach dass Gott immer und überall da ist, auch wenn man ihn mal nicht spüren kann. Ja, ich weiß das, ich glaube es nicht nur. Und zu diesem Wissen hat Gott selbst durch Friedrich sehr viel beigetragen. Der Glaube lebt, so wie es Jesus auch tut. Manchmal muss ich nur hinschauen und zuhören und dann ist es wieder sonnenklar.
Ich freue mich schon auf morgen, wenn die Begegnung mit Friedrich etwas länger sein wird als heute und ich weiß auch wenn er geht, hat er mir wieder viel hinterlassen!
Veröffentlicht in Freude, Freunde, Friedrich, Gespräche, Gott, Heiliger Geist, Jesus, Kubb, Ruhe, Schweigen, Spaß, Stille Tage, mbs, reden | Kommentar schreiben »
Christen
Verfasst von Stefan am 26. Mai 2009
Ich habe gerade einen Bericht über die Reaktion einiger Christen in Amerika auf den Fund von Ida und Googles Umgang damit gelesen. Was man nun von Ida hält ist mir im Grunde genommen egal. Ob Missing Link oder nicht. Meinem Glauben tut das keinen Abbruch, egal wie es die Wissenschaft verkauft. Letzten Endes kommt eh alles von Gott. Was an diesem Artikel allerdings interessant war, waren die Kommentare der Leser darunter. Die meisten davon sind offensichtliche Laien. Manche fühlen sich wohl vom Christentum bedroht, schieben einen wahnsinns Frust bis hin zum Hass auf uns Christen und Gott. Aufgrund der Anonymität im Internet können sie schreiben was sie sonst wahrscheinlich vorsichtiger formulieren würden. Also ich muss schon sagen, da waren schon so ein paar Hammer dabei, wo ich echt dachte, ich muss mich warm anziehen als Christ. Bei manchen dachte ich, die würden mich umbringen, wenn sie mir begegnen und bei manchen war die Argumentation einfach nur dumm. Hier mal ein paar Beispiele (zum Teil auch nur Auszüge aus den Kommentaren):
- Auch Christen, vor allem die sehr gläubigen, sind im Grunde mit Sekten zu vergleichen. Sie unterliegen in gewisser Weise einer Gehirnwäsche, welche reales Geschehen und Abläufe in der Urzeit nicht zulässt. [Kommentar von: Sehr-Gut]
- Wer so einen Drecksack wie den christlichen Gott bzw natürlich auch seine Inkarnation als Jesus verehrt, anbetet oder in irgend einer Form glorifiziert und verharmlost ist -und ich meine das so drastisch wie ich es sage: Ein Feind von Offenheit, Aufrichtigkeit, Friedfertigkeit, Moral und Toleranz (um nur eine Dinge zu nennen) [Kommentar von: cuotos]
- Ich persönlich glaube an gott und bin katholischer christ! das der mensch nich von gott erschaffen wurde ist mir auch ABER auch klar. [Kommentar von: Tdope]
- Was ich hasse ist die Beschreibung eines absoluten Widerlings der -weil als mächtig angesehen- einfach mal trotz aller Grausamkeiten die er beging, behaupten kann, dass er gütig ist und dass Menschen feige genug sind sich darauf einzulassen. Und dann kommt er selbst -nach der Vergwaltigung von Maria als Jesus daher und macht einen auf Erlöser. [...] Wenn Jesus mal wieder vorbeischaut schickt ihn zu mir -ich habe ihm ein paar ernsthafte Fragen zu stellen. Bis dahin verschont mich mit euren Wahnvorstellungen. [Kommentar von: cuotos]
- Zählst du auch zu den guten Christen? Was hast du schon getan? Bist du beispielsweise Veganer weil du Tiere nicht ermorden möchtest und weil ein Großteil von jährlich 10 Millionen verhungernden auf das Konto Fleischesser in Industrieländern gehen? Wenn ja, dann diskutier ich mit dir weiter -wenn nicht, dann komm erst mal so weit. [Kommentar von: cuotos]
- Ok ein kleines altes aber nettes Gedankenspiel zum Thema Allmacht. Kann dein allmächtiger Gott einen Stein erschaffen der so groß ist dass er ihn selbst nicht heben kann? [Kommentar von: cuotos]
- Wenn ich keinen Mord begehe -dein Gott aber schon -obleich er allmächtig ist und anders könnte, dann bin ich (und ich behaupte duch auch) besser als er. [Kommentar von: cuotos]
- Das [gemeint sind die 10 Gebote] sind „Regeln“, die jede „gängige Gesellschaft“ hatte bzw. hat und auf die jeder normale Mensch mit gesundem Menschenverstand von selbst kommt. Daher ist das auch keine so tolle Sache… [Kommentar von Ensign Joe]
- Missionare verpesten diese Welt! [Kommentar von cmaus]
- Sollen die [Christen] sich doch einfach aufhängen, das hätte nämlich ich gemacht, wenn Google die christliche Schöpfungstheorie verkünden würde. [Kommentar von: monte]
- Intelligentes Leben stammt vom Affen ab, das ist ja bekannt, aber woher kommen dann diese Christen? SCNR [Kommentar von Johnny Cache]
- Diese Christen sind doch echt ein einfältiges und primitives völkchen ^^ Wer in unserer Aufgeklärten zeit noch immer an Magie und Wunder glaubt sollte kein Notebook besitzen! [Kommentar von KROWALIWHA]
Weitere Kommentare möchte ich nicht veröffentlichen. Die sind zum Teil echt unter der Gürtellinie. Bei manchen Schreibern merkt man, dass sie nur das Buch von Richard Dawkins und ein paar Artikel, die sie gegoogelt haben, gelesen haben. Aufgrund der Abartigkeit mancher Kommentare habe ich eine Email an den Betreiber von winfuture.de geschrieben und hoffe, dass er daraus Konsequenzen ziehen wird. Allein die Veröffentlichung eines solchen Artikels finde ich schon Grenzwertig. Denn was daraus entstehen kann ist absehbar und Meinungsmache gegen Christen. Aber was solls? In der Bibel steht schließlich nirgends, dass wir entspannt in den Himmel kommen werden.
Veröffentlicht in Ablehnung, Artikel, Beschwerde, Bibel, Christen, Frust, Gott, Hass, Heiliger Geist, Jesus, Kommentare, Kritik, Meinungsfreiheit, Presse, Religionsfreiheit, winfuture.de | 2 Kommentare »
Der evangelische Kirchentag 2009
Verfasst von Stefan am 25. Mai 2009
Viel positives habe ich schon gehört und gelesen, doch ich möchte mal meine persönliche, teilweise auch kritische Sicht der Dinge berichten. Als ich am Mittwoch früh um sieben zusammen mit Benny und Jana hier in Marburg ins Auto stieg freute ich mich riesig auf Bremen und die ganzen Menschen dort. Schließlich hatte ich das Christival von letztem Jahr noch im Hinterkopf, dass mit seinen 16.000 Besuchern nichteinmal annähernd so groß war wie der Kirchentag mit seinen 100.000 Besuchern. Zunächst fuhren wir zu den Eltern unseres Klassenkameraden Johnny und wurden von diesen unglaublich herzlich in Empfang genommen. Dort durften wir die Tage wohnen und wurden rundum versorgt und mit soviel Nächstenliebe und Wärme, sowie reichlich an Essen und Trinken und bequemen Betten verwöhnt. Das war so herrlich. So viel Liebe konnten wir gar nicht aufnehmen, wie dieses Ehepaar uns entgegengebracht hat! Das war Gastfreundschaft in Perfektion!
Aber nun zum Kirchentag. Dieser stand unter dem Motto „Mensch wo bist Du?“ und war wirklich sehr gut besucht. So voll habe ich bisher noch keine Innenstadt gesehen. Es gab unzählige Veranstaltungen in der ganzen Stadt und mindestens genauso viele Aussteller auf den Messeplätzen. Wir waren für evangelisch.de da und haben Flyer verteilt. Natürlich nicht alleine. Das Team war schätzungsweise 30-40 Leute stark und Arbeit gab es genug. Wir hatten 40.000 Flyer sowie Unmengen von Kugelschreibern und Buttons im Gepäck für eine Twitter-Aktion, die sich gewaschen hat. Und zwar war das Ziel die ganze Bibel in 140 Zeichen langen Textabschnitten dort zu veröffentlichen. Mein letzter Stand der Dinge waren 2.000 der insgesamt 4.000 Bibelstellen, die mittlerweile gebloggt wurden.
Doch ich muss ehrlich sagen: Ich habe für mich gemerkt, dass so eine Flyer-Aktion nichts für mich ist. Zumindest nicht auf einem Kirchentag, bei dem Unmengen von Sekten unterwegs sind, die ebenfalls ihre Flyer verteilen. Dazu kam, dass auf unseren Flyern mit großen Buchstaben „Die Bibel in Kurzform“ geschrieben stand. Dies sorgte natürlich für Irritationen und musste unzählige Male erklärt werden. Kein Wunder, dass manche Menschen versuchten uns zu bekehren oder uns sogar den Glauben absprachen. Nichts desto Trotz waren natürlich auch gute Gespräche dabei. Aber viel zu selten. Man wurde eher mit Ignoranz oder abfälligen Kommentaren bestraft, was ich als sehr frustrierend empfand. Selbstverständlich gab es auch total nette Leute und auch witzige Menschen mit originellen Sprüchen, aber das negative speichert sich das Gehirn ja bekanntlich besser ab und davon gab es genug.
Aber unser Team war zum größten Teil sehr angenehm. So trafen wir auch noch andere Leute aus Marburg und taten uns zumindest am Samstag mit ihnen zusammen um im Park die Flyer zu verteilen. Von den Veranstaltungen bekamen wir teilweise auch was ab. Zum Beispiel waren wir auf dem großartigen Konzert von den Wise Guys. Ansonsten war auch Thomas D. und noch andere bekannte und auch viele unbekannte Bands und Gruppen vertreten. Und natürlich einige Politiker. Klar, dass diese kurz vor den Bundestagswahlen eine gutes Bild von sich abgeben wollten. Der Kirchentag an sich war mir allerdings zu politisch. Zwar habe ich überhaupt nichts gegen das einmischen der Kirche in die Politik aber in diesem Falle war mir das ganze zu extrem. Ich finde es zwar löblich, dass auch sehr stark für Fair Trade und ähnliches geworben, ja schon fast gekämpft wurde aber von der christlichen Botschaft kam für meinen Geschmack zu wenig rüber. Zu viel Toleranz und zu wenig Klarheit. Ich glaube es ist manchmal besser eine klare Stellung zu beziehen als sich so einlullen zu lassen und so zu verweichlichen, dass man eher den Eindruck hat, dass die Gesellschaft und die Politik, das Evangelium verändern und umgekehrt das Evangelium keinen Einfluss mehr hat. Bei manchen Situationen blutete mein Evangelikales Herz und ich fragte mich wirklich ob wir als Christen noch diese ansteckende Gesundheit durch Jesus Christus in uns haben oder ob wir schon längst vergiftet wurden ohne es zu merken. Keine Frage: Es gab auch klare Botschaften, predigten und echten Lobpreis. Aber man musste förmlich danach suchen. Es war viel zu wenig. Die Atmosphäre des Christivals war wesentlich liebe- und gehaltvoller! Hörte ich beim Kirchentag Musik, so waren das Dinge wie „We will rock you“ oder ähnliches. Nicht das ich diese Lieder schlecht finde, aber sie sollten auf einem Kirchentag meines Erachtens nach nicht die Oberhand gewinnen oder wie bei manchen Gruppen sogar die einzigen Lieder in ihrem Repertoire sein. Dann sollen sie doch lieber auf der Kirmes spielen, aber bitte nicht auf einer christlichen Veranstaltung.
Ich glaube man merkt mir meine Enttäuschung an und bevor ich meinem Frust noch mehr Spielraum gebe, höre ich lieber auf, gehe nach draußen, genieße das schöne Wetter und denke an die schönen Dinge in Bremen, wie z.B. die guten Erfahrungen mit unsren Gasteltern und deren Art Christsein zu leben. Achja, eines noch. Harvey (Johnnys Vater) hat mir noch ein Wort beigebracht: Gius. Das ist eine Abkürzung und bedeutet „Gläubig in unserem Sinne“
Veröffentlicht in Bremen, Enttäuschung, Gasteltern, Gius, Gott, Heiliger Geist, Jesus, Kirchentag, Menschen, Politik, Stimmung, politisch | 1 Kommentar »














































