Heute früh ging ich zu einem Termin mit LobbyControl, den ich in der Innenstadt wahrzunehmen hatte. Um dort hin zu gelangen musste ich einmal umsteigen und sah am Bahnhof ein Plakat hängen mit dem Aufdruck: „Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen.“ Das ist ein Slogan der Initiative „Sind wir reif„, die dazu dient um die Zeitung „Welt kompakt“ zu bewerben. Ich fand diese Aussage so gut, dass ich sie hier niederschreiben muss. Denn diese Aussage spricht das aus, über was ich mir hin und wieder ernsthafte Gedanken mache: Das Problem der Verlagerung unserer sozialen Kontakte raus aus dem echten Leben rein in das virtuelle Leben. Ich denke nicht, dass es schlimm ist eine Art zweites Leben im Netz zu haben, bedenklich wird es nur, wenn dieses Onlineleben mein Offlineleben überlagert oder gar ersetzt. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass das echte Leben durch nichts zu ersetzen ist und dass das Onlineleben in der übertriebenen Form eher zur Depression als zur inneren Befriedigung führt. In unserer Welt geht uns immer mehr verloren, was wir dann krampfhaft versuchen künstlich wiederherzustellen. Und das sind unter anderem auch Beziehungen. Manche Leute verwahrlosen vor ihrem PC obwohl sie hunderte von Freunden bei Facebook, StudiVZ, Wer-kennt-wen oder Jappy haben. Was bringt es mir wenn ich online Unmengen von Freunde habe, wenn ich nach Feierabend nicht mehr aus dem Haus komme um echte Beziehungen zu leben. Nichts kann den persönlichen Kontakt ersetzen, den Blick des Gegenübers, die Wärme einer Umarmung oder das Gefühl echter Gemeinschaft. Näher kann ich es einfach nicht beschreiben, aber Fakt ist, dass es sich anders anfühlt, wenn ich den ganzen Abend online mit Freunden verbracht habe, als wenn ich den ganzen Abend bei Freunden war oder Freunde zu Gast hatte. Es lebe die Realität!
Mein Termin mit LobbyControl war übrigens eine lobbykritische Stadtführung, welche ich wärmstens weiterempfehlen kann. Die ganze Führung dauerte zwar knappe 3 Stunden, hat aber einen guten Einblick in die Arbeit von Lobbygruppen gegeben. Und auch diese arbeiten viel in der realen Welt, was nicht heißt, dass sie das Internet meiden…
Nach drei Jahren auf dieser Bibelschule kann ich nun schreiben, was ich dazu denke und fühle. Wie waren die letzten drei Jahre? Was habe ich schätzen gelernt? Wo hatte ich Schwierigkeiten? Also quasi ein Fazit aus der Zeit in Marburg am mbs. Als ich damals (Sommer 2006) begann, hatte ich die Vision Pfarrer und Priester zu evangelisieren, da ich voller Trauer festgestellt hatte, dass in einigen Kirchen zwar studierte Theologen predigten, aber der Glaube nicht vorhanden war. Das sehe ich zwar nach wie vor so und ich bedaure das auch weiterhin, doch die Vision der Evangelisation hat sich geändert. Vielmehr möchte ich nun für die Einheit der Christen stehen und für diese kämpfen. Damit meine ich keine einheitliche Konfession sondern eine Einheit in Vielfalt. Aber das will ich nun nicht weiter vertiefen. Das mbs, als überkonfessionelle Bibelschule, hat mir gezeigt, dass das zusammenleben von Christen aus verschiedensten Hintergründen bestens funktionieren kann. Ich habe gelernt, dass Meinungsunterschied nicht gleich Trennung und Hass bedeuten muss. Ich habe gelernt, was es heißt Unterschiede zu akzeptieren anstatt sie zu verurteilen oder zu bekämpfen. Ich habe gelernt, dass wir wieder mehr auf das schauen müssen was uns verbindet und nicht auf das, was uns von den andern unterscheidet, ohne dabei die Individualität des Einzelnen oder der einzelnen Gemeinde aus den Augen zu verlieren. Weiter habe ich am mbs gelernt was es heißt Gemeinschaft zu haben, wie gut Reflexionen sind und wie wichtig der Beziehungsaspekt in der Bibel ist. Ich hatte die besten Dozenten, die man sich wünschen kann und einen wunderbaren Chef. Es ist nicht nur die Tatsache, dass wir uns alle gegenseitig Duzen konnten, sondern die gesamte Atmosphäre die geschaffen wurde. Auch unsere Dozenten waren in gewisser Hinsicht auch ein Teil der Gemeinschaft und sie gaben sich auch größte Mühe diese Verantwortung wahrzunehmen. Was ich auch sehr zu schätzen weiß, ist dass das mbs immer in Bewegung bleibt. Nie ist diese Schule stehen geblieben sondern ist stets bemüht aktuell zu sein, was ihr auch bestens gelingt. Auch die Nähe zum Studierenden wird gesucht und gefordert um auf seine Bedürfnisse und Wünsche eingehen zu können. Natürlich kann nicht immer alles berücksichtigt werden und es kommt auch mal vor, dass Fehler gemacht werden. Aber es ist daraus bisher immer etwas Gutes entstanden. Die Kritik, dass der Glaube droht reine Kopfsache zu werden ist zwar berechtigt, aber auch da ist man dran etwas zu ändern und Strategien und Lösungen zu finden, dies zu vermeiden. Ganz ehrlich, ich habe mich in meinem Leben selten so ernst genommen gefühlt wie am mbs, außer natürlich im privaten Umfeld. Eine weitere Stärke des mbs ist die hohe Anzahl an Mitstudierenden und dadurch die hohe Zahl an Begabungen. Egal welches Problem man hat, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jemand auf dem Campus wohnt, der Dir helfen kann. Und Langeweile? Ja die kann es auch geben. Zwar gibt es viele Menschen auf dem Campus, aber das heißt nicht gleichzeitig, dass immer irgendwo irgendwas los ist. Aber das muss es auch nicht.
Thema Außenseiter: Man sollte meinen, dass bei 150 Studierenden keiner alleine ist, aber dem ist nicht so. Gerade die, die eh auf niemanden zugehen oder die, die nicht auf dem Campus wohnen drohen vergessen zu werden. Und das ist echt ein Problem wie ich finde. Gerade die Externen wurden durch separate Kleingruppen immer weiter aus dem mbs-Privat-Alltag verdrängt. Ich hoffe, dass sich da wieder etwas geändert hat seit ich weg bin. Was die Außenseiter angeht, die auf dem Campus wohnen gibt es für mich keine wirkliche Lösung. Man darf sie schlicht und ergreifend nicht vergessen, wenn man etwas unternimmt. Immer und immer wieder nachfragen aber mehr weiß ich auch nicht. Denn ein Stück weit liegt es auch an ihnen selbst, sich für das Leben am Campus zu interessieren und auch die Bereitschaft dort ein Teil zu sein muss da sein. Sonst wird man automatisch zum Außenseiter.
Sonst gibt es für mich nur Gutes zu berichten und ein kleiner Tipp: Gebt den Lehrern Feedback, egal ob schriftlich oder mündlich. Denn nur dann können sie auch etwas ändern, wenn es denn nötig sei. Und seid immer nett zu den Neuen und geht auf sie zu, denn das hilft ihnen den Weg in die mbs-Gemeinschaft zu finden. Und wenn ihr mal Probleme mit einem Dozenten habt, seit gewiss, er hat nichts gegen euch. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wenn ihr das Gespräch sucht werdet ihr merken, dass die Lehrer in der Regel viel positiver und kompromissbereiter reagieren als man es manchmal zunächst erwartet.
Und zu guter Letzt will ich auch die Küche nicht vergessen. Mit Hardi habt ihr in der Küche einen Menschen stehen, der unglaublich warmherzig und freundlich ist. Auch er ist immer für Wünsche offen und berücksichtigt sämtliche Arten von Allergien und kocht auch extra für Vegetarier oder so. Und wenn ihr ganz nett zu ihm seid, lädt er euch auch mal privat zu sich nachhause zum Essen ein
Das Beste was mir am mbs allerdings passiert ist, sind all die Freundschaften und Bekanntschaften. Ich habe so viele so unglaublich gute Gespräche gehabt und ich habe so viele so unglaublich geniale Dinge erleben dürfen, dass sich dies nicht in Worte fassen lässt. Die Begegnungen sind es, die mir die Zeit so wertvoll gemacht haben. Und ich meine nicht nur die Begegnungen mit den Studierenden. Und den Rahmen hierfür bietet unter anderem auch das mbs und die Stadt Marburg und natürlich die Menschen selbst, die mit ihren unterschiedlichsten Geschichten und Prägungen hier zusammenkommen!
Viele Grüße von meiner Seite aus an eine großartige Schule, an die großartigen Dozenten und die großartigen Studierenden, deren Gastfreundschaft unübertroffen bleibt! Vergesst nicht, dass Gastfreundschaft sowohl den Beziehungsfaktor als auch den Gemeinschaftsfaktor in Betracht zieht und nebenbei in Verbindung mit der Nächstenliebe auch das „höchste Gebot“ berücksichtigt!
Ach, ihr seid einfach die Besten und ich denke oft an euch!
Seid gesegnet meine Freunde!
P.S.: Ich hoffe ich habe nichts vergessen… Ansonsten tut es mir leid.
Wie funktioniert das nochmal mit dem Leben in dieser Welt? Ich habe mal gehört, dass wenn jeder für sich selbst sorgt, sei für jeden gesorgt. Aber ist das der Weisheit letzter Schluss? Wieviel Egoismus ist gesund und ab wann wird er krankhaft? Es stellt sich die ernstzunehmende Frage nach dem Warum? Warum müssen soviele Menschen hungern und leiden? Warum werden die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher? Sind die reichen einfach die besseren, die die fleißiger sind? Sind die Armen die schlechteren, die nur faul sind? Oder leben nicht viel mehr Reiche auf die Kosten der Armen und dazu noch über ihre Verhältnisse hinaus? Sind die Armen in Deutschland nicht gezwungen auf die Kosten der Mittelschicht zu leben, die auf Dauer verschwinden wird? Und was ist wenn die Armen dann so arm sind, dass sie auch für die Reichen nicht mehr zu gebrauchen sind? Dann werden sich die Reichen untereinander zerfleischen bis auch von ihnen keiner mehr übrig bleibt. Okay, ich gebe zu, dass ich sicher etwas übertreibe aber ein bisschen was wahres ist doch dran. In was für einer Welt leben wir denn? Wer sich selbst etwas gutes tun will, sollte bei seinem Nächsten anfangen. Das klingt zwar ungewohnt, aber das gewohnte bringt uns schließlich nicht weiter. Stellt euch mal eine Welt vor, in der man anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen, sich gegenseitig hilft, eine Welt in der man nicht übereinander lästert sondern miteinander redet, eine Welt in der man nicht nur an sich denkt sondern an die Gemeinschaft, an das Wohl der anderen. Denn wenn es den anderen um mich herum gut geht, dann geht es mir auch gut, sofern ich Teil der Gemeinschaft bin. Um Gemeinschaft zu leben muss zunächst eine Beziehung zu anderen aufgebaut und Vertrauen gewonnen werden. Und wenn man erstmal einander hat, lernt man einander auch schätzen und lieben. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht. Wenn wir uns füreinander interessieren, dann ist es uns auch nicht mehr egal wenn auf der Straße jemand geschlagen oder angepöbelt wird, dann ist es uns nicht egal wenn die Industrie auf Kosten anderer Menschen in anderen Ländern an unserem Geldbeutel verdient. Wir sind alle Menschen und wir sollten lernen füreinander da zu sein und nicht immer diese „Egal-Haltung“ einzunehmen. Investiert doch mal etwas Zeit in andere Menschen und ich verspreche euch, dass dies nicht umsonst sein wird! Helfen macht glücklich und Hilfe bekommen macht dankbar. Aber erwarte nicht von anderen etwas, was Du ihnen nie gegeben hast. Lerne was Nächstenliebe bedeutet und Du wirst verstehen wie revolutionär Jesus ist wenn er zu jedem Einzelnen von uns sagt: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! (Mt. 22,39) Jesus hat auch in Beziehung gelebt. Beziehung zu den Menschen und zu Gott. Zusammen mit dem Heiligen Geist und Gott seinem Vater ist er sowieso der Ursprung aller Gemeinschaft. Er ist die Quelle aller Beziehungen und stellt diese in den Mittelpunkt aller menschlichen Gesetzlichkeit. Was ist das höchste Gebot fragen die Schriftgelehrten Jesus damals (Mt. 22,36), heute würde man wohl eher Fragen: Was ist das wichtigste Gesetz überhaupt? Und Jesus antwortet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«“ Und das gilt damals wie heute. Lasst uns mit der Quelle aller Beziehungen, der Quelle der Liebe verbunden sein und uns nach ihr ausrichten um dann liebend auf die anderen Menschen zugehen zu können um die Gemeinschaft voran zu bringen. Und es ist dabei egal welcher Konfession oder gar Religion jemand angehört. Ich fordere dazu auf, auf unsere Gemeinsamkeiten zu achten und nicht auf unsere Unterschiede! Und diese Botschaft geht ganz besonders auch an all die Konfessionen die sich untereinander bekriegen anstatt zusammen zu arbeiten. Denn auch da sieht man, es geht mehr um den Bau „meiner Kirche“ anstatt um den Bau des Reiches Gottes und bringt mehr Frustration und Scherben als Früchte! Und auf der individuellen Ebene heißt das: Schau nicht nur ob Dir der Gottesdienst gefallen hat, sondern ob er der Gemeinschaft und dem Bau des Reiches Gottes gedient hat. Und bilde Dir bloß nicht ein, dass Du das alleine entscheiden kannst.
Gemeinschaft lieben heißt nicht nur sich selbst zu lieben, sondern auch den Mitmenschen, den anderen. Gemeinschaft lieben heißt nicht Zusammenleben spielen sondern Beziehung leben in aller Ernsthaftigkeit und Tiefe. Es heißt auch einander zu ertragen, Unterschiede auszuhalten, gemeinsame Lösungen zu finden, aber auch von allen Vorteilen zu profitieren! Gemeinschaft lieben ist ein wichtiger Teil für ein beziehungsorientiertes Denken und handeln. Gemeinschaft lieben hat nichts mit Kuschelclub zu tun sondern bedeutet Arbeit an sich selbst und Zusammenhalten auch in schweren Zeiten. Gemeinschaft lieben bedeutet auch den anderen in seinem Anders-Sein auszuhalten. Gemeinschaft lieben heißt über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich auch für andere einzusetzen und sich für sie zu interessieren. Gemeinschaft lieben kommt da an seine Grenzen wo man die Quelle, welche ist Jesus Christus, nicht zulässt. Glaubst Du nicht? Dann probiere es einfach aus. Das mache ich auch gerade.
Was für ein Wochenende. Geplant war eigentlich etwas ganz anderes. Ich wollte ursprünglich nach Backnang zur Hochzeit zweier lieben Menschen und habe alles versucht um das irgendwie zu schaffen, aber auch am Freitagabend habe ich noch keine bezahlbare Möglichkeit gefunden und war furchtbar frustriert. Dazu kam dann noch der Frust nicht wählen zu können. Als ich mich in Berlin angemeldet habe, war der Stichtag schon vorbei und ich hätte Briefwahl machen müssen. Aus diversen Gründen hat das mit dem Beantragen der Briefwahl leider nicht funktioniert und meine einzige Möglichkeit zu wählen wäre in Marburg gewesen. Doch dann kam mir eine Idee. Ich könnte doch versuchen eine Mitfahrgelegenheit oder irgendwas nach Marburg und zurück zu bekommen. Hauptsache bezahlbar. Zunächst dachte ich, dass es unrealistisch ist, da es mit Backnang auch nicht geklappt hat. Und ich kassierte auch Unmengen von Absagen und ich stellte mich auf ein Wochenende in Berlin ein. Doch am Samstag um 13:45 Uhr klingelte mein Mobiltelefon und ein netter Mensch, den ich angeschrieben hatte zwecks Mitfahrgelegenheit war am Telefon und bot mir an für 7,50 € mitfahren zu können. Gott ist groß sag ich da nur! Und so kam es, dass ich am Samstag nach Marburg fuhr und am Sonntag dort wählen konnte und danach wieder nach Berlin fuhr. Am Samstagabend habe ich mich noch mit einigen Freunden vom mbs getroffen und mit ihnen geredet und gelacht und auch am Sonntag war ich nochmal in der legendären Schücking-WG und wurde von Lyd bekocht und traf natürlich auch noch ein paar andere bekannte Gesichter. Es war auf diese Weise ein sehr geniales Wochenende, auch wenn das Wahlergebnis mich nicht zufrieden stimmte.
Gestern war ein herrlicher Tag. 31 °C Temperatur, fast wolkenloser Himmel und das den ganzen Tag. So starteten mein sehr guter Freund Basti und ich am Morgen um 09:00 Uhr um die zweistündige Fahrt nach Bayern auf uns zu nehmen um dann im Brombachsee baden zu können. Bevor wir aber direkt an den See sind, haben wir Bastis Großtante in Kalbensteinberg besucht. Das liegt auch fast am See. Dort wurden wir bestens versorgt und fuhren dann mit vollem Magen an den kleinen Brombachsee, auf die Badehalbinsel Absberg. Dort haben wir uns dann mit Michael und Judith aus meiner Klasse verabredet und das mit dem treffen hat sehr gut geklappt. Es war sehr schön mal wieder Leute aus dem Bibelseminar zu treffen, zu schwimmen, Wasserball zu spielen, eine Sandburg zu bauen und einfach die Gemeinschaft zu genießen. Es war einfach nur genial. Das klare weite Wasser, die Sonne, der Sandstrand – einfach herrlich. So muss der Sommer sein.
Dieses Lied habe ich bei unserer Abschlussfeier kennengelernt und mit diesem Lied in den Ohren gehe ich nun nach Berlin. Der Blick nach vorne gerichtet, Zielstrebigkeit im Gepäck, Liebe im Herzen, Gemeinschaft und Einheit als Wunsch und einen großen Gott der an meiner Seite ist!
Schön sind die Tage hier in Marburg. Gestern war ich noch mit dem Fahrrad unterwegs und heute hatte ich ebenfalls einen wunderschönen Tag. Morgens traf ich mich mit einem Mitschülers des mbs’ zum Frühstück, bzw. Brunch, denn das Mittagessen viel letzten Endes flach. Doch am Mittag traf ich mich dann mit Domenic. Wir gingen zusammen ins Café und hatten eine sehr intensive Zeit mit tiefgehenden Gesprächen. Wir redeten über die Beziehungen zu Gott, das spüren seiner Liebe und Nähe und die Hoffnung die wir haben. Wir redeten über Ziele und Visionen und was wir schon so erlebt hatten. Das war eine sehr wertvolle Zeit.
Und danach ging es dann zu unserem mbs-Koch: Hardi! Zusammen mit Jana, Lisa und Marcus holte Hardi uns vom mbs-Campus ab und wir fuhren zu ihm um zu reden, Kaffee zu trinken und natürlich auch um zu essen. Später kamen noch Regine und Yvonne dazu. Die beiden machen gerade ihr Anerkennungsjahr und haben erzählt. Das war sehr gut und ich habe mich so sehr gefreut über die tolle Gemeinschaft. Und natürlich auch über das Essen, was uns Hardi zubereitet hat.
Und nun bin ich wieder zuhause und darf feststellen, dass ich heute für keine Mahlzeit verantwortlich war. Ich habe überall nur mitgegessen. Aber das ist auch schön, wenn man einfach so mal ein Mitesser sein darf
Heute war ich mit Hans-Christian zusammen im Wald. Es war mal wieder einer dieser Tage, die weder zu warm noch zu kalt, weder zu sonnig noch zu bewölkt sind. Also ein perfekter Tag zum wandern. Zunächst liefen wir in den uns nicht all zu unbekannten Wald. Hinauf zu wunderschönen Plätzen an denen wir uns für eine Pause niederließen um die Aussicht zu genießen und um eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Wir begegneten vielen Menschen und genossen die Zeit im Wald. Doch irgendwann sahen wir etwas weiter unten am Hang ein kleines Häuschen, was sehr verkommen und verlassen aussah. Wir beschlossen uns das mal genauer anzusehen. Deshalb gingen wir querfeldein den Hang hinunter, was teilweise etwas herausfordernd war. Schließlich wollten wir nicht stürzen, da wir keine Handys dabei hatten. Doch wir kamen unbeschadet an diesem Häuschen an und begutachteten es zunächst von außen. Die Neugier packte uns nach ein paar Sekunden und wir beschlossen zu prüfen ob die Türe offen ist und hinein zu gehen. Die Türe war offen und drinnen war es in manchen Räumen so dunkel, dass wir eine Taschenlampe benutzen mussten. Das Haus war völlig heruntergekommen. Darin waren nur Gartenmöbel, einige Bierflaschen und etwas Müll. An den Türen klebten zum Teil Plakate und in den zweiten Stock kam man nur noch mit Hilfe einer Leiter, die jemand schon dort aufgestellt hatte. Das ganze war also nicht so spektakulär. Und selbst mal dahin zu gehen ist wohl auch nicht so ratsam, denn so wie es aussah treffen sich da ab und zu ein paar Leute zum saufen. Und denen will ich Nachts nicht unbedingt begegnen.
Danach ging es wieder nachhause. Es war eine sehr schöne Zeit und vor allen Dingen auch gut um zwischendrin mal vom lernen auf die Prüfungen abzuschalten. Das Abenteuer Wald ist für uns noch längst nicht zu Ende, denn es gibt noch so einiges zu entdecken im Marburger Wald. Manches kenne ich auch schon von außen, aber wie es nunmal so ist wenn man alleine ist. Da traut man sich oft nicht so viel, wie wenn man sich zu zweit gegenseitig dazu motiviert
Alex aus Uganda. Das ist mein Freund und Bruder im Herrn. Er ist ein Vollblutchrist und wir teilen sehr viele Ansichten miteinander. Sei es die Einheit der Christen, Kontextualisierung, Probleme der Gesellschaft, Gemeinschaft und vieles mehr. Wir kennen uns noch nicht so lange. Seit ungefähr einem Jahr. Da habe ich ein Praktikum in Gelsenkirchen gemacht und einmal auch die Gemeinde in Wanne-Eickel besucht, in der er war. Beim zweiten Praktikum im Oktober 2008 haben wir uns dann wieder getroffen und erstmals ein intensiveres Gespräch miteinander geführt. Sein Deutsch ist gut und wird immer besser, weil er sehr ergeizig ist, was das lernen angeht. Jetzt muss er aufgrund eines Gesetzes eine Hochschule besuchen und so kam er auf Tabor. Das freut mich deswegen, weil ich derzeit ja auch noch in Marburg bin und ihn so öfters sehen kann. Und dass die Freude auf Gegenseitigkeit beruht hat der heutige Tag gezeigt. Voller Freude lagen wir uns in den Armen, gingen zunächst in sein Zimmer und redeten stundenlang miteinander. Und das war so unendlich gut. Ich bin immernoch voller Freude und bin gespannt wie oft wir uns in den nächsten 10 Wochen hier noch treffen können. Danach bin ich ja raus aus Marburg. Dadurch dass nun auch Alex hier ist, wird der Abschied von Marburg nochmal ein Stück schwerer. Aber ich freue mich auch schon auf meine Zukunft!
Die letzten Tage sind alle sehr entspannt. Die Ferien neigen sich dem Ende und es kommen immer mehr und mehr Leute wieder zurück ans Marburger Bibelseminar. Von der Vollzähligkeit sind wir zwar noch weit entfernt, aber genau aus diesem Grund finden sich schnell einige Menschen zusammen, die unbedingt was machen wollen. Bloß nicht alleine den Abend zuhause verbringen müssen. So war es auch heute Abend. Von der Langeweile gepackt einfach das Mobiltelefon genommen und die verschiedenen WGs angerufen. Und siehe da: Wir sind als 14-köpfige Gruppe in die Oberstadt gegangen. In das Café Lichtblick. Dort haben wir getrunken, gegessen, viel geredet, sehr viel gelacht und einfach den Abend und die Gemeinschaft genossen.