Stefans Blog

Archiv für die Kategorie ‘Gemeinde’

In Bünde und Espelkamp

Verfasst von Stefan am 8. März 2009

Es war so schön. Allein schon die Fahrt war herrlich. Zu viert mit Gepäck sind wir in einem kleinen Twingo zunächst nach Bünde gefahren. Und auf der Fahrt hatten wir unseren Spaß. Hans-Christian, Mareike, Jasmin und ich fuhren zunächst zusammen mit Hans-Christians Freundin Rebecca zu einem Jugendgottesdienst oder besser gesagt, zu einer Lobpreisveranstaltung mit Input. Danach ging es zunächst nach Espelkamp, wo wir von Jasmins Familie in Empfang genommen wurden. Dort durften wir auch übernachten. Am nächsten Tag waren wir zunächst in Espelkamp, dann im Atoll und Abends dann in der Jugend von Jasmins Gemeinde. Das war sehr schön. Wir haben zusammen für verfolgte Christen in muslimischen Ländern gebetet und die Zeit miteinander genossen. Anschließend bin ich mit Jasmin und zwei ihrer Freundinen zunächst zu einem Griechen und dann in das Restaurant zur Goldenen Möwe gefahren. Dort saßen wir ein Weile zusammen, haben Kaffee getrunken und einen wahnsinns Spaß gehabt. Ich habe lang nicht mehr so viel gelacht.
Und dann am Sonntag ging es in den Gottesdienst in Espelkamp und nach dem leckeren Mittagessen wieder zurück nach Marburg. Es war eine sehr sehr gute Zeit und ich bin so dankbar, dass ich mit durfte und all das genießen konnte. Das Wochenende hat mir so unendlich gut getan auch wenn ich zugeben muss, dass ich etwas müde bin. Aber es war so gut. Im Gottesdienst durfte ich „Die Arche“ vorstellen und um Gebetsunterstützung bitten. In der Jugend habe ich eine Verbundenheit verspürt die mir Hoffnung auf Einheit in der Christenwelt gab. Die Gastfreundschaft von Hans-Christians und Jasmins Mutter war einmalig. Ich habe mich so wohl gefühlt! Ich danke Gott für dieses geniale Wochenende!

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Das Praktikum ist vorbei

Verfasst von Stefan am 21. November 2008

So schnell gehen 5 Wochen um und ich bin trotz Chaos beim Umstieg in Duisburg wieder gut in Marburg angekommen. Da ich im Pott leider kein Internet hatte, gibt es jetzt viele Bilder auf einmal und einen zusammenfassenden Bericht.

Es war wunderbar in Wanne-Eickel. Ich hatte eine große Wohnung, wurde super verpflegt, hatte Unmengen von segensreichen Begegnungen und muss jetzt erst einmal all die Endrücke verarbeiten.
Wanne-Eickel gehört zu Herne und liegt mitten im Ruhrpott. Herne hat ca. 170.000 Einwohner und ist ein interessantes Pflaster. Wie der ganze Ruhrpott ist auch diese Stadt vom Kirchensterben bedroht und der Anteil der Bürger mit muslimischem Hintergrund wächst stetig. Die Arbeitslosenqute liegt bei fast 20% und der Anteil an Kindern, die unter (oder nur knapp über) der Armutsgrenze leben liegt bei 50%. Außerdem herrscht eine sehr große soziale Armut und die Gelder von Land und Staat werden laufend dermaßen gekürtzt, dass auch andere soziale Einrichtungen schließen müssen oder keine neuen Leute anstellen können. Der Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund liegt bei knapp 30% – Tendenz steigend. Die Probleme liegen auf der Hand, aber die Chancen? Die werden oft übersehen und ich gebe zu die Lage scheint auf den ersten Blick Hoffnungslos. Aber Eine christliche Gemeinde in Wanne Eickel hat etwas geschafft, was ich bisher nicht kannte. Menschen aus 25 Nationen treffen sich jeden Sonntag zum Gottesdienst und unter der Woche zu anderen Veranstaltungen, die die Stadtmission Wanne-Eickel anbietet. Oder besser gesagt, Angebote die aus dem Bedarf entstanden sind. Und die Gemeinde wächst und wächst und sucht schon neue Räumlichkeiten, aber wird nicht fündig, bzw. kann sich vorhandene nicht leisten. Es gibt sogar Leute aus einem muslimischen Hintergrund und eine erfolgreiche Arbeit unter Muslimen. Und da durfte ich mein Praktikum absolvieren. Und ich kann euch sagen, es war interessant. So viele Menschen aus so vielen Kulturen, aber eine Verbindung in Jesus. Und das funktioniert. Egal ob aus der Türkei, Nepal, Elfenbeinküste, Philippinen, Marokko, Brasilien, Ghana oder wo auch immer, man arrangiert sich und kommt wunderbar miteinander aus. Eine enorm hohe Priorität hat das Gebet und ich durfte mehrmals Zeuge sein, dass dies auch Wirkung zeigte.

Achja, und predigen durfte ich auch. Und zwar über überkonfessionelle Arbeit in der Christenheit. Die Predigt zu schreiben war interessant, sie zu halten sehr herrausfordernd. Denn zunächst habe ich die Leute aufgefordert aufzuhören mit dem verurteilen von Christen aus anderen Konfessionen. Und dann eben aufgefordert miteinander den Weg zu gehen, MITeinander zu reden anstatt ÜBER einander. Alles in allem war die Zeit sehr Erlebbnisreich und ich kann gar nicht alles nieder schreiben, was ich so erlebt habe. Aber eins möchte ich noch los werden. Und zwar habe ich das schönste Kompliment seit langer Zeit oder sogar das schönste überhaupt bekommen, als mich ein Kind fragte: „Woher weißt Du eigentlich immer was uns (Kindern) Freude bereitet?“ Das zeigt mir mal wieder, dass Gott mich doch im Kinderbereich gebrauchen möchte. Also Hauptamtlich. Mal sehen was die Zukunft bringt.

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Das war Gelsenkirchen

Verfasst von Stefan am 17. Mai 2008

So schnell können sechs Wochen vergehen. Das Praktikum in der Stadtmission Schalke ist nun vorbei. Und ich habe sehr sehr viele Eindrücke bekommen und mitgenommen. Gelsenkirchen ist so anders wie all die Städte in denen ich bisher war. Die drei auffälligsten Gegebenheiten war folgende:

  1. Ein Arbeitslosenanteil liegt bei über 20%. Im Stadtteil Schalke sogar bei 30%
    Ich war häufig auf der Straße und habe mich mit den Obdachlosen dort unterhalten. Diese erzählen eigentlich nur von früher als sie noch einen Job hatten. Die meisten von den Arbeitslosen haben sich schon aufgegeben. Mit einem von ihnen hatte ich näheren Kontakt, sodass eine Freundschaft entstand. Er war immer wieder froh, dass er jemanden hatte der im zuhört und er bedankte sich dafür sogar bei mir als ich mich verabschiedete.
    Vielleicht spiegelt das ein Problem der heutigen schnelllebigen Gesellschaft. Wir scheinen in all dem Trubel und dem was uns die Medien weis machen wollen, was wir so alles brauchen, uns selbst zu vergessen. Und ich meine nicht uns selbst als das Individuum sondern als Gemeinschaftswesen. Vielleicht ist es an der Zeit mal wieder Gemeinschaft zu leben. Einfach so. Wie in der Bibel auch. Jesus hatte mit Pharisäern, Zöllnern usw. Gemeinschaft, wir könnten heute mit Managern, Obdachlosen, Studenten, usw. Gemeinschaft haben…
  2. Der Ausländeranteil liegt ebenfalls bei 20% – Tendenz steigend, da deutlich mehr Ausländerkinder als deutsche Kinder geboren werden.
    Die Sache mit den Ausländern wäre gar nicht so tragisch, wenn nicht ein Hass insbesondere auf die Türken entstanden wäre. Ich hatte das Privileg eine Internationale Gemeinde in Wanne-Eickel mehrmals besuchen zu können. Dort waren alle möglichen Nationen miteinander vereint, mit dem einen Ziel: Jesus nachzufolgen! Und das war der Hammer. Es war genial zu sehen wie es sein kann, wenn man über die Grenzen der Nationalität hinweg sieht und gemeinsam am Reich Gottes baut. Dann ist es egal ob man aus der Türkei kommt oder aus Paraguay. Es ist egal ob man aus Afrika kommt oder aus Europa. Gott fügt das alles auf seine wundersamste weise.
  3. Die Identifikation mit dem Fußballverein „FC Schalke 04″ – Die Leute sind dort nicht nur Schalke-Fans, nein, sie SIND Schalker.
    Und dieses Problem zieht sich bis in die Gemeinde hinein. Die Priorität liegt oft beim Fußball, dann kommt lange nichts, und dann kommt Gott. Gott sei Dank ist das nicht bei jedem der Fall, aber man merkt es schon sehr deutlich. An einem Tag, an dem Schalke spielt kann man in Gelsenkirchen keine Veranstaltung machen. Denn da kommt keiner. Die gucken alle Fußball. Sogar im Tennisclub wird das Training unterbrochen und Fußball geguckt. Viele Läden machen Samstags um 14:00 Uhr zu, weil Schalke spielt und deswegen die Straßen so gut wie leer sind. Also eine derart krasse Identifikation mit einem Fußballclub habe ich noch nirgends woanders gesehen. Und wie geht man damit nur um? Ich weiß es nicht. Man sucht sich den Halt an weltlichen Dingen anstatt bei Gott. Und das so extrem das die Leute sogar für ihren Club sterben würden. So eine Leidenschaft wünsche ich mir in der Kirche. Dass die Christen bereit sind für ihren Glauben zu sterben.

Alles in allem war es eine sehr gute, herausfordernde und lehrreiche Zeit für mich in Gelsenkirchen. Ich habe erlebt wie Gemeinden um ihre Existenz kämpfen, ich habe gesehen, dass Kirchen geschlossen wurden und dass die Allianz aus nicht einmal 10 Leuten besteht. In einer so großen Stadt wie Gelsenkirchen ist das ein Armutszeugnis. Aber ich habe auch erlebt, dass Kirche wachsen kann und dass Gott die Stadt nicht aufgegeben hat. Ich habe erlebt wie der Drang nach Gemeinschaft wächst und dass es noch viel zu tun gibt. Ich hoffe so sehr, dass die Christen und die Kirche aus ihrem Schlaf erwachen und die Power der Bibel neu entdecken und nutzen. Ich hoffe so sehr, dass wir hier in Deutschland beginnen das „Christ sein“ zu leben und nicht nur darüber reden!

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Auf Schalke

Verfasst von Stefan am 10. April 2008

Nun habe ich wieder Internet und kann euch von meinem nun gestarteten Praktikum in Gelsenkirchen berichten. Ich mache mein Praktikum nämlich in der Stadtmission in Schalke und zum Teil auch in Gelsenkirchen-Neustadt. Es gibt hier in den eher etwas kleineren Gemeinden viel zu tun. Für alle die es noch nicht wussten: Schalke ist ein Stadtteil von Gelsenkirchen. Meine Aufgabe ist es vorerst mal nur zu hospitieren, also zu gucken. Das ging auch schon gleich am Montag los als ich bei der Vorbereitung des Familiengottesdienstes am kommenden Sonntag dabei war. Es geht um Lego. Und zwar deshalb weil wir vom heutigen Donnerstag an bis zum Samstag die Legotage in der Stadtmission haben werden. Und dafür gibt es jetzt erstmal viel vorzubereiten.
Ich wohne übrigens beim Pastor der Gemeinde und seiner Frau. Im Haus wohnt auch noch einer der drei Kinder mit Namen Stefan (Den Namen kann ich mir gut merken :-) ). Er ist fast 17 Jahre alt, also eher Jugendlicher als Kind. Aber wir verstehen uns gut und ich werde hier verwöhnt, wie ich es nicht erwartet hätte. Also kurz um: Ich fühle mich hier richtig wohl und freue mich auf die kommenden Tage und Wochen hier in Schalke.

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Wenz mal wieder länger dauert…

Verfasst von Stefan am 6. April 2008

Heute war ein durch und durch gesegneter Tag. Warum? Ich war bei den beiden Sonntagsgottesdiensten der BGG (Biblische Glaubens Gemeinde) in Stuttgart im Gospelforum. Vorsitzender der Gemeinde ist Peter Wenz. Er ist auch einer von 5 Pastoren die in dieser Gemeinde angestellt sind und predigt gerne mal 45-60 Minuten. Ich habe vor kurzem schon einmal etwas anklingen lassen von der Größe der Gemeinde. Am heutigen Sonntag waren im ersten Gottesdienst so 2500-3000 Leute da und beim zweiten Gottesdienst waren es etwas weniger – Schätzungsweise 1500-2000 Leute. Diese zahlen sind nicht übertrieben oder gar erfunden. Nein, die BGG hat alleine 2500 Mitglieder und weitaus mehr Sympathisanten. Das was bei denen jeden Sonntag im Gottesdienst stattfindet ist wie eine wöchentliche ProChrist-Veranstaltung. Ein riesen Gottesdienstgebäude, mehrere professionelle Lobpreisbands, wahnsinnig begabte Prediger und eben unglaublich viele Gottesdienstbesucher. Im Foyer gibt es ein eigenes Café und eine (eigene?) Bäckerei. Wenn man die Jacken abgibt kommt man sich vor wie in einem Theater, da man auch dort eine Nummer bekommt mit welcher man nach dem Gottesdienst die Jacke wieder abholt. Dennoch ist die Atmosphäre sehr familiär. Der Umgang untereinander und die Grundstimmung die herrscht lässt schnell den Wunsch wachsen dazugehören zu wollen – ein Teil der Familie sein zu wollen.
Gepredigt hat Peter Wenz sehr eindrücklich über den Kairos, den richtigen Zeitpunkt, den Zeitpunkt Gottes, den man auskaufen soll. Die Predigten waren in beiden Gottesdiensten die gleichen, aber die Wortwahl im Nachmittagsgottesdienst war eher was für Jugendliche. Der Rest des Teams hatte sich am Nachmittag geändert. Neue Band, neuer Moderator, neue Technik, neue Leute an der Information, usw. Der Nachmittagsgottesdienst brachte mehr Lobpreis aber dafür keinen Zeugnisteil. Ob das die Regel ist oder heute eine Ausnahme war kann ich nicht sagen. Ich kann nur eines sagen. Dieser Peter Wenz predigt mit Vollmacht und die Gegenwärtigkeit des Heiligen Geistes war spürbar. Dass der Gottesdienst zwei Stunden dauerte bemerkte ich immer erst hinterher. Es war einmalig, es war klasse oder um es mit Peter Wenz’ Worten zu sagen: „Es war hammermäßig!“ Und ich habe gesehen, dass sogenannte „Megagemeinden“ in Deutschland möglich sind. Und die BGG wächst noch…
Ja es gibt eine Zukunft für die Kirche in Deutschland!

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