Verfasst von Stefan am 26. Mai 2009
Ich habe gerade einen Bericht über die Reaktion einiger Christen in Amerika auf den Fund von Ida und Googles Umgang damit gelesen. Was man nun von Ida hält ist mir im Grunde genommen egal. Ob Missing Link oder nicht. Meinem Glauben tut das keinen Abbruch, egal wie es die Wissenschaft verkauft. Letzten Endes kommt eh alles von Gott. Was an diesem Artikel allerdings interessant war, waren die Kommentare der Leser darunter. Die meisten davon sind offensichtliche Laien. Manche fühlen sich wohl vom Christentum bedroht, schieben einen wahnsinns Frust bis hin zum Hass auf uns Christen und Gott. Aufgrund der Anonymität im Internet können sie schreiben was sie sonst wahrscheinlich vorsichtiger formulieren würden. Also ich muss schon sagen, da waren schon so ein paar Hammer dabei, wo ich echt dachte, ich muss mich warm anziehen als Christ. Bei manchen dachte ich, die würden mich umbringen, wenn sie mir begegnen und bei manchen war die Argumentation einfach nur dumm. Hier mal ein paar Beispiele (zum Teil auch nur Auszüge aus den Kommentaren):
- Auch Christen, vor allem die sehr gläubigen, sind im Grunde mit Sekten zu vergleichen. Sie unterliegen in gewisser Weise einer Gehirnwäsche, welche reales Geschehen und Abläufe in der Urzeit nicht zulässt. [Kommentar von: Sehr-Gut]
- Wer so einen Drecksack wie den christlichen Gott bzw natürlich auch seine Inkarnation als Jesus verehrt, anbetet oder in irgend einer Form glorifiziert und verharmlost ist -und ich meine das so drastisch wie ich es sage: Ein Feind von Offenheit, Aufrichtigkeit, Friedfertigkeit, Moral und Toleranz (um nur eine Dinge zu nennen) [Kommentar von: cuotos]
- Ich persönlich glaube an gott und bin katholischer christ! das der mensch nich von gott erschaffen wurde ist mir auch ABER auch klar. [Kommentar von: Tdope]
- Was ich hasse ist die Beschreibung eines absoluten Widerlings der -weil als mächtig angesehen- einfach mal trotz aller Grausamkeiten die er beging, behaupten kann, dass er gütig ist und dass Menschen feige genug sind sich darauf einzulassen. Und dann kommt er selbst -nach der Vergwaltigung von Maria als Jesus daher und macht einen auf Erlöser. [...] Wenn Jesus mal wieder vorbeischaut schickt ihn zu mir -ich habe ihm ein paar ernsthafte Fragen zu stellen. Bis dahin verschont mich mit euren Wahnvorstellungen. [Kommentar von: cuotos]
- Zählst du auch zu den guten Christen? Was hast du schon getan? Bist du beispielsweise Veganer weil du Tiere nicht ermorden möchtest und weil ein Großteil von jährlich 10 Millionen verhungernden auf das Konto Fleischesser in Industrieländern gehen? Wenn ja, dann diskutier ich mit dir weiter -wenn nicht, dann komm erst mal so weit. [Kommentar von: cuotos]
- Ok ein kleines altes aber nettes Gedankenspiel zum Thema Allmacht. Kann dein allmächtiger Gott einen Stein erschaffen der so groß ist dass er ihn selbst nicht heben kann? [Kommentar von: cuotos]
- Wenn ich keinen Mord begehe -dein Gott aber schon -obleich er allmächtig ist und anders könnte, dann bin ich (und ich behaupte duch auch) besser als er. [Kommentar von: cuotos]
- Das [gemeint sind die 10 Gebote] sind „Regeln“, die jede „gängige Gesellschaft“ hatte bzw. hat und auf die jeder normale Mensch mit gesundem Menschenverstand von selbst kommt. Daher ist das auch keine so tolle Sache… [Kommentar von Ensign Joe]
- Missionare verpesten diese Welt! [Kommentar von cmaus]
- Sollen die [Christen] sich doch einfach aufhängen, das hätte nämlich ich gemacht, wenn Google die christliche Schöpfungstheorie verkünden würde. [Kommentar von: monte]
- Intelligentes Leben stammt vom Affen ab, das ist ja bekannt, aber woher kommen dann diese Christen? SCNR [Kommentar von Johnny Cache]
- Diese Christen sind doch echt ein einfältiges und primitives völkchen ^^ Wer in unserer Aufgeklärten zeit noch immer an Magie und Wunder glaubt sollte kein Notebook besitzen! [Kommentar von KROWALIWHA]
Weitere Kommentare möchte ich nicht veröffentlichen. Die sind zum Teil echt unter der Gürtellinie. Bei manchen Schreibern merkt man, dass sie nur das Buch von Richard Dawkins und ein paar Artikel, die sie gegoogelt haben, gelesen haben. Aufgrund der Abartigkeit mancher Kommentare habe ich eine Email an den Betreiber von winfuture.de geschrieben und hoffe, dass er daraus Konsequenzen ziehen wird. Allein die Veröffentlichung eines solchen Artikels finde ich schon Grenzwertig. Denn was daraus entstehen kann ist absehbar und Meinungsmache gegen Christen. Aber was solls? In der Bibel steht schließlich nirgends, dass wir entspannt in den Himmel kommen werden.
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Verfasst von Stefan am 4. März 2009
Langsam aber sicher neigt sich die Zeit hier in Marburg dem Ende zu. In ungefähr 4 Monaten ist alles vorbei und das Anerkennungsjahr beginnt. Grund genug um sich hier am mbs nochmal so richtig rein zu investieren. Immerhin ist diese Schule eines der besten Dinge, die mir in meinem Leben je passiert sind. Doch eines habe ich die ganze Zeit versäumt. Nämlich eine Basis oder einen Raum zu schaffen für weiterführende Gespräche. All zu oft ist es doch so, dass man im Unterricht so richtig schön diskutiert, doch irgendwann ist der Unterrichtsblock vorbei und die Diskussion muss bei aller Liebe abgebrochen werden. Und wo ist der Raum das ganze nochmal aufblühen zu lassen? Wo ist der Raum um nochmal intensiver über diverse Themen zu diskutieren? Ja, das habe ich mich lange gefragt. Und schon lange wollte ich mal so einen Hauskreis am mbs gründen um eben weiter zu denken, weiter zu diskutieren und sich gegenseitig zu motivieren. Ein Raum der offen ist um auch mal Fehler zu machen, sich selbst auszuprobieren, um verschiedene Meinungen kennenzulernen und um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Und diesen Raum haben wir jetzt geschaffen. Wir, das sind fünf motivierte Studierende des Marburger Bibelseminars. Gestern haben wir uns zum ersten Mal getroffen, gegenseitige Erwartungen geklärt, einen flexiblen Rahmen gesteckt und Themenvorschläge gesammelt. Vom Thema her ging es gestern um die Einführung des elektronischen Personalausweises im November 2010. Also noch nicht so theologisch oder pädagogisch. Eher politisch. Aber wie gesagt: Gestern hat alles erst angefangen. Und wenn ich mir unsere Themen, unsere Motivation und uns als Truppe so anschaue, freue ich mich riesig auf die kommende Zeit mit unserem Hauskreis. Mal sehen was Gott noch so vor hat mit uns!
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Verfasst von Stefan am 17. Mai 2008
So schnell können sechs Wochen vergehen. Das Praktikum in der Stadtmission Schalke ist nun vorbei. Und ich habe sehr sehr viele Eindrücke bekommen und mitgenommen. Gelsenkirchen ist so anders wie all die Städte in denen ich bisher war. Die drei auffälligsten Gegebenheiten war folgende:
- Ein Arbeitslosenanteil liegt bei über 20%. Im Stadtteil Schalke sogar bei 30%
Ich war häufig auf der Straße und habe mich mit den Obdachlosen dort unterhalten. Diese erzählen eigentlich nur von früher als sie noch einen Job hatten. Die meisten von den Arbeitslosen haben sich schon aufgegeben. Mit einem von ihnen hatte ich näheren Kontakt, sodass eine Freundschaft entstand. Er war immer wieder froh, dass er jemanden hatte der im zuhört und er bedankte sich dafür sogar bei mir als ich mich verabschiedete.
Vielleicht spiegelt das ein Problem der heutigen schnelllebigen Gesellschaft. Wir scheinen in all dem Trubel und dem was uns die Medien weis machen wollen, was wir so alles brauchen, uns selbst zu vergessen. Und ich meine nicht uns selbst als das Individuum sondern als Gemeinschaftswesen. Vielleicht ist es an der Zeit mal wieder Gemeinschaft zu leben. Einfach so. Wie in der Bibel auch. Jesus hatte mit Pharisäern, Zöllnern usw. Gemeinschaft, wir könnten heute mit Managern, Obdachlosen, Studenten, usw. Gemeinschaft haben…
- Der Ausländeranteil liegt ebenfalls bei 20% – Tendenz steigend, da deutlich mehr Ausländerkinder als deutsche Kinder geboren werden.
Die Sache mit den Ausländern wäre gar nicht so tragisch, wenn nicht ein Hass insbesondere auf die Türken entstanden wäre. Ich hatte das Privileg eine Internationale Gemeinde in Wanne-Eickel mehrmals besuchen zu können. Dort waren alle möglichen Nationen miteinander vereint, mit dem einen Ziel: Jesus nachzufolgen! Und das war der Hammer. Es war genial zu sehen wie es sein kann, wenn man über die Grenzen der Nationalität hinweg sieht und gemeinsam am Reich Gottes baut. Dann ist es egal ob man aus der Türkei kommt oder aus Paraguay. Es ist egal ob man aus Afrika kommt oder aus Europa. Gott fügt das alles auf seine wundersamste weise.
- Die Identifikation mit dem Fußballverein „FC Schalke 04″ – Die Leute sind dort nicht nur Schalke-Fans, nein, sie SIND Schalker.
Und dieses Problem zieht sich bis in die Gemeinde hinein. Die Priorität liegt oft beim Fußball, dann kommt lange nichts, und dann kommt Gott. Gott sei Dank ist das nicht bei jedem der Fall, aber man merkt es schon sehr deutlich. An einem Tag, an dem Schalke spielt kann man in Gelsenkirchen keine Veranstaltung machen. Denn da kommt keiner. Die gucken alle Fußball. Sogar im Tennisclub wird das Training unterbrochen und Fußball geguckt. Viele Läden machen Samstags um 14:00 Uhr zu, weil Schalke spielt und deswegen die Straßen so gut wie leer sind. Also eine derart krasse Identifikation mit einem Fußballclub habe ich noch nirgends woanders gesehen. Und wie geht man damit nur um? Ich weiß es nicht. Man sucht sich den Halt an weltlichen Dingen anstatt bei Gott. Und das so extrem das die Leute sogar für ihren Club sterben würden. So eine Leidenschaft wünsche ich mir in der Kirche. Dass die Christen bereit sind für ihren Glauben zu sterben.
Alles in allem war es eine sehr gute, herausfordernde und lehrreiche Zeit für mich in Gelsenkirchen. Ich habe erlebt wie Gemeinden um ihre Existenz kämpfen, ich habe gesehen, dass Kirchen geschlossen wurden und dass die Allianz aus nicht einmal 10 Leuten besteht. In einer so großen Stadt wie Gelsenkirchen ist das ein Armutszeugnis. Aber ich habe auch erlebt, dass Kirche wachsen kann und dass Gott die Stadt nicht aufgegeben hat. Ich habe erlebt wie der Drang nach Gemeinschaft wächst und dass es noch viel zu tun gibt. Ich hoffe so sehr, dass die Christen und die Kirche aus ihrem Schlaf erwachen und die Power der Bibel neu entdecken und nutzen. Ich hoffe so sehr, dass wir hier in Deutschland beginnen das „Christ sein“ zu leben und nicht nur darüber reden!
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Verfasst von Stefan am 6. März 2007
Müdigkeit, Lustlosigkeit und Frust erwachen derzeit in mir. Es sind zwar nur noch dreieinhalb Wochen bis zu den Ferien, aber diese sind gut gefüllt. Projekte, Referate und Vorträge, die es zu vorbereiten und zu halten gilt. Klausuren die noch geschrieben werden müssen und dann noch das schulbegleitende Praktikum und natürlich der reguläre Unterricht. Zur Zeit scheint mir irgendwie alles zu viel zu sein. Gott scheint nur noch von Ferne zuzusehen, die Bibel wirkt einschläfernd und die Gebete scheinen nichts weiter als Selbstgespräche zu sein. Der Heilige Geist ist fast vergessen und die Predigten scheinen länger und unpersönlicher zu werden. Das einzige Ziel sind die Ferien und weiter denkt man lieber nicht. Aber warum? Warum solch eine Erschöpfung? Dabei will ich doch für Jesus brennen, den Heiligen Geist spüren. Ich will, dass die Bibel wieder lebt und Gottes Wort zu mir spricht. Ich will mich auf die Gottesdienste freuen und für mich was mitnehmen. Ich will wieder mit Lust und Liebe beten und hören, ja einen Dialog mit Gott führen. Ich will wieder aufwachen und voller Motivation in den Alltag starten. Ja ich will, eine Beziehung zu Gott haben. Und Gott will das auch. Darum werde ich weiterbeten in der Hoffnung, dass sich bald wieder etwas tut.
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