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Das war Gelsenkirchen

Verfasst von Stefan am 17. Mai 2008

So schnell können sechs Wochen vergehen. Das Praktikum in der Stadtmission Schalke ist nun vorbei. Und ich habe sehr sehr viele Eindrücke bekommen und mitgenommen. Gelsenkirchen ist so anders wie all die Städte in denen ich bisher war. Die drei auffälligsten Gegebenheiten war folgende:

  1. Ein Arbeitslosenanteil liegt bei über 20%. Im Stadtteil Schalke sogar bei 30%
    Ich war häufig auf der Straße und habe mich mit den Obdachlosen dort unterhalten. Diese erzählen eigentlich nur von früher als sie noch einen Job hatten. Die meisten von den Arbeitslosen haben sich schon aufgegeben. Mit einem von ihnen hatte ich näheren Kontakt, sodass eine Freundschaft entstand. Er war immer wieder froh, dass er jemanden hatte der im zuhört und er bedankte sich dafür sogar bei mir als ich mich verabschiedete.
    Vielleicht spiegelt das ein Problem der heutigen schnelllebigen Gesellschaft. Wir scheinen in all dem Trubel und dem was uns die Medien weis machen wollen, was wir so alles brauchen, uns selbst zu vergessen. Und ich meine nicht uns selbst als das Individuum sondern als Gemeinschaftswesen. Vielleicht ist es an der Zeit mal wieder Gemeinschaft zu leben. Einfach so. Wie in der Bibel auch. Jesus hatte mit Pharisäern, Zöllnern usw. Gemeinschaft, wir könnten heute mit Managern, Obdachlosen, Studenten, usw. Gemeinschaft haben…
  2. Der Ausländeranteil liegt ebenfalls bei 20% - Tendenz steigend, da deutlich mehr Ausländerkinder als deutsche Kinder geboren werden.
    Die Sache mit den Ausländern wäre gar nicht so tragisch, wenn nicht ein Hass insbesondere auf die Türken entstanden wäre. Ich hatte das Privileg eine Internationale Gemeinde in Wanne-Eickel mehrmals besuchen zu können. Dort waren alle möglichen Nationen miteinander vereint, mit dem einen Ziel: Jesus nachzufolgen! Und das war der Hammer. Es war genial zu sehen wie es sein kann, wenn man über die Grenzen der Nationalität hinweg sieht und gemeinsam am Reich Gottes baut. Dann ist es egal ob man aus der Türkei kommt oder aus Paraguay. Es ist egal ob man aus Afrika kommt oder aus Europa. Gott fügt das alles auf seine wundersamste weise.
  3. Die Identifikation mit dem Fußballverein “FC Schalke 04″ - Die Leute sind dort nicht nur Schalke-Fans, nein, sie SIND Schalker.
    Und dieses Problem zieht sich bis in die Gemeinde hinein. Die Priorität liegt oft beim Fußball, dann kommt lange nichts, und dann kommt Gott. Gott sei Dank ist das nicht bei jedem der Fall, aber man merkt es schon sehr deutlich. An einem Tag, an dem Schalke spielt kann man in Gelsenkirchen keine Veranstaltung machen. Denn da kommt keiner. Die gucken alle Fußball. Sogar im Tennisclub wird das Training unterbrochen und Fußball geguckt. Viele Läden machen Samstags um 14:00 Uhr zu, weil Schalke spielt und deswegen die Straßen so gut wie leer sind. Also eine derart krasse Identifikation mit einem Fußballclub habe ich noch nirgends woanders gesehen. Und wie geht man damit nur um? Ich weiß es nicht. Man sucht sich den Halt an weltlichen Dingen anstatt bei Gott. Und das so extrem das die Leute sogar für ihren Club sterben würden. So eine Leidenschaft wünsche ich mir in der Kirche. Dass die Christen bereit sind für ihren Glauben zu sterben.

Alles in allem war es eine sehr gute, herausfordernde und lehrreiche Zeit für mich in Gelsenkirchen. Ich habe erlebt wie Gemeinden um ihre Existenz kämpfen, ich habe gesehen, dass Kirchen geschlossen wurden und das die Allianz aus nicht einmal 10 Leuten besteht. In einer so großen Stadt wie Gelsenkirchen ist das ein Armutszeugnis. Aber ich habe auch erlebt, das Kirche wachsen kann und das Gott die Stadt nicht aufgegeben hat. Ich habe erlebt wie der Drang nach Gemeinschaft wächst und dass es noch viel zu tun gibt. Ich hoffe so sehr, dass die Christen und die Kirche aus ihrem Schlaf erwachen und die Power der Bibel neu entdecken und nutzen. Ich hoffe so sehr, dass wir hier in Deutschland beginnen das “Christ sein” zu leben und nicht nur darüber reden!

2 Antworten zu “Das war Gelsenkirchen”

  1. Malte sagt:

    Nicht ganz uninteressant was Du hier schreibst! Auch die Tags: Arbeitslosigkeit:Ausländer:Arbeitslose:Gelsenkirchen:Schalke! Das passt?

    Gruß
    Malte!

  2. Stefan sagt:

    Passt es etwa nicht? Das sind alles Dinge über die ich geschrieben habe. Oder was passt Deiner Meinung nach ggf. nicht?

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